29. August 2014

Auf kulinarischer Entdeckungstour in Melaka

Nach dem ersten Stopp in Singapur, wo uns neben vielen neuen Eindrücken auch der Jetlag noch fest im Griff hatte, sind wir über die Grenze nach Malaysia gefahren. In Melaka entspannen wir uns, stellen unsere innere Uhr neu ein, verköstigen uns auf dem Nachtmarkt mit allerlei Leckerbissen — und probieren Durian.

„You have to eat it in one bite“, instruiert uns der Verkäufer, nachdem er uns die zwei Durian Puffs in die Hand gedrückt hat. Wir haben seinen Stand entdeckt, als wir über den Nachtmarkt in der Jonker Street spaziert sind. Jedes Wochenende ist die bekannte Strasse in Melaka abends für Autos gesperrt, damit sich Einheimische wie Touristen zwischen Garküchen und Marktständen ihren Weg bahnen können. Links und rechts werden Waren angeboten: von Flip Flops über Hello-Kitty-Plüschtiere bis hin zu Laser Pointern, die auch als gefährliche Waffen durchgehen würden. Am Ende der Strasse steht eine Bühne, auf der Einheimische Karaoke singen, einer nach dem anderen, ohne viel Aufhebens, während die Zuschauer auf Plastikstühlen davor sitzen und sich die Darbietungen anschauen. Es riecht nach Fisch, Gebäck, Rauch und gebratenem Fleisch.

Malaiisch, Chinesisch oder Indisch?

Melaka ist hübsch anzusehen und angenehm unaufgeregt — genau, was wir jetzt brauchen, um unseren inneren Rhythmus an Südostasien anzupassen. Die Stadt war einst ein kleines Fischerdorf, bis sie 1511 von den Portugiesen erobert wurde. Danach übernahmen die Holländer und später kamen auch noch die Briten. Noch heute stehen mitten im Zentrum die Christ Church und das Stadthuys. Durch die Einflüsse der drei Länder erinnert Melaka tatsächlich ein wenig an Europa. Wenn da nicht diese unbarmherzige Hitze wäre, die den Schweiss schon wenige Minuten, nachdem wir unser klimatisiertes Zimmer verlassen haben, an uns herunterrinnen lässt. So spazieren wir tropfend durch die Gassen und dem Fluss entlang, besuchen chinesische Tempel und probieren uns durch das kulinarische Angebot der Stadt. 
Wir essen Satay mit Erdnusssauce und Sweet Potato Balls an Essensständen. In einem chinesischen Restaurant bestellen wir Chicken Rice Balls: Reis, der in Hühnerbrühe gekocht und dann zu kleinen Bällchen geformt wird. Und in einem Imbiss in Little India, in der Nähe unserer Unterkunft, nehmen wir als einzige Ausländer Platz und essen Murtabak: Roti, also Brot, gefüllt mit Zwiebeln, Fleisch und Ei, serviert mit würzigen Saucen. 
Die kulturelle Vielfalt Malaysias spiegelt sich in einem abwechslungsreichen Nebeneinander verschiedener Küchen und Gerichte wider. Und wir wollen so viel wie möglich davon probieren. 


Durian — nichts für unseren Gaumen

So kommt es, dass wir an diesem Abend auf dem Nachtmarkt am Stand mit den Durian Puffs stehen bleiben. Die Durian, die asiatische Stachelfrucht, verströmt einen so penetranten Geruch, dass sie in Zügen und Flugzeugen nicht mitgenommen werden darf und auch in einigen Hotels und öffentlichen Gebäuden nicht erwünscht ist; Schilder weisen jeweils auf das Durian-Verbot hin. Schmecken soll sie jedoch lecker, haben wir gehört. Deshalb überlegen wir nicht lange und kaufen uns je ein Küchlein mit der Frucht darin.
Wir hören auf den Verkäufer, nehmen die Puffs ganz in den Mund, beissen einmal fest zu — und würden sie am liebsten sofort wieder ausspucken. Wie das Ganze schmeckt? Nur so viel: Die Frucht wird auch Stink- oder Käsefrucht genannt. Und nach unserem Bissen suchen wir schnurstracks nach dem nächsten Abfalleimer. Auch die Anweisung des Verkäufers ergibt jetzt Sinn: Wahrscheinlich hätte es zu sehr gestunken, wenn wir nur abgebissen hätten, anstatt das ganze Küchlein in den Mund zu stecken.

Als wir später unserem Gastgeber im Old Town Guest House von unserem kulinarischen Ausrutscher erzählen, lacht er nur und zeigt uns seine angeschnittene Stinkfrucht im Kühlschrank. „Malaysian people like Durian“, sagt er. Na dann: Weiterhin guten Appetit.






Kommentare:

  1. Chan eu jetzt also verstah, so schlächt gsehnd diä Durian ja gar nid us. Häts glaubs au gwoogt.... ;) Nähmed eu jetzt aber vo dä feischfrässende Pflanze in Acht! Ebe...wie dä Name scho seit... :-P Viel Spass im Dschungel, dänk a euch! <3

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  2. boaa, das isch jo alles voll farbig!! isch da überall so in melaka? und die chüechli gsehnd würkli no lecker us, do hoff ich schono uf abenteuerlicheri kulinarischi bricht =) good vibes für euren wiitere trip!!

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    1. Bunti Foti, ja das woti! Und das gits do au würkli nid andersch. Dini Kamera heti sicher au ihri Freud =) Kulinarisch bilded mir eus natürlich stetig wiiter. Es letschti Chüechli wo ich hüt morge bime Strosseverkäufer gholt han, isch wiis und fluffig usse ume gsie und hät ide mitti e süesslichi, bruuni paste gha. Leider hät mir weder de ständig grinsende verkäufer, no eine vo sine nette andere Kunde chöne Uskunft über d Bestandteil geh =) es isch alleg kei fleisch gsie...

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