9. August 2014

Vorfreude


Wir tanzen durchs Wohnzimmer, träumen und schmieden bei einer Flasche Rotwein auf dem Balkon Pläne, nur um sie wieder zu verwerfen und dann neue zu machen. Wir zählen die Tage, sind nervös, geben viel zu viel Geld aus. Und manchmal platzen wir fast wegen ihr, der schönsten aller Freuden.

10 Tage. Das zeigt der Countdown auf meinem Handy-Bildschirm an. Als ich ihn installierte, waren es fast 200. Und damals, als wir uns entschieden, eine Reise zu machen, hätte er mehr als 700 angezeigt. Jetzt also 10. Wo genau die Tage geblieben sind, die seit unserem Entschluss vergangen sind, weiss ich nicht. Aber erscheint ein Jahr, das vor einem liegt, nicht immer länger als eines, das vergangen ist?
Die Aufregung, die sich jeweils einstellt, wenn Ferien vor der Tür stehen, kennen wir. Vor einer Reise zu stehen, deren Ende so weit weg ist, dass wir das Ticket für den Rückflug noch nicht haben, ist uns hingegen neu. Entsprechend gross sind Freude, Nervosität und Erwartungen. 

Lust auf Herausforderung
Wir starten ohne viele Pläne. Unser Flug nach Singapur geht in 10 Tagen, unsere erste Destination wird Malaysia. Danach steht uns die Welt offen. Wir möchten tauchen, wandern, lachen, fotografieren, schreiben, entdecken, gut essen, lernen, uns weiterentwickeln, viel erleben. Dafür sind wir bereit. Wir sind bereit, unser geregeltes Leben, unsere Wohnung und unsere Jobs hinter uns zu lassen und in das Unbekannte aufzubrechen. Wir sind bereit für Neues, Anderes, Fremdes. So sehr man dafür eben bereit sein kann. Mir ist jetzt schon klar, dass ich wahrscheinlich eher früher als später an meine — emotionalen — Grenzen stossen werde. Und ich freue mich darauf. Denn aus Herausforderungen lernt man, sodass man am Ende gestärkt wieder aus ihnen hervorgeht.

Warum das Ganze? — Warum nicht?
Wenn wir von der Reise erzählen, hören wir immer wieder, wie toll das sei und dass man so was ja schon gern auch mal machen würde. Wir selbst sind schon vor einiger Zeit an dem Punkt angelangt, an dem wir uns die Frage nach dem „ob“ oder „warum“ gar nicht mehr stellten. Viel eher wären wir uns selbst Rechenschaft schuldig, wenn wir die Reise nicht antreten würden. Ja, wir haben uns auch ab und zu Sorgen gemacht, über die Zukunft, das Danach. Und manchmal auch über das Unterwegssein. Wird alles gutgehen? Können wir schwierige Situationen wirklich zusammen meistern?
Aber mal ehrlich: Sollte man etwas, von dem man schon lange träumt, nicht machen, nur weil es vielleicht schiefgehen könnte? Heisst es nicht, dass man später vor allem die Dinge bereuen wird, die man nicht getan hat?

Unser Dank an die Daheimgebliebenen
Vor lauter Vorfreude vergessen wir manchmal fast, dass es Menschen gibt, von denen wir uns verabschieden müssen, die sich zwar mit uns freuen, aber von denen sich einige eben auch Sorgen machen. Bei euch möchten wir uns bedanken. Für eure Unterstützung und euer Verständnis, für die Karten und die Geschenke, für die Briefe, die Starthilfe für Singapur und die vielen guten Wünsche. Ich weiss schon, was ihr in einem Jahr sagen werdet: „Schon wieder da?“


Kommentare:

  1. Es ist schön und tut gut, dass ihr eure Gedanken mit uns Daheimgebliebenen teilt. So seid ihr nicht ganz soooo weit weg ;-) Hebed's guet zäme, ihr zwei Liebä, das chann eu niemert meh neh!
    Mit erwartigsvollem Härze bis zum nöchschte Bitrag :-) Euers Mami Beatrice ;-)

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    1. Danke für de Kommentar und d Glückwünsch, het eus sehr gfreut de allerersti Kommentar z lese =)

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  2. so schön, wünsche euch alles gute!
    Prag war super schön!!!!

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    1. Danke auch dir für die Glückwünsche und es freut mich zu hören, dass euch Prag auch gefallen hat. lg

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