19. September 2014

Inselleben

Sonne, ein fast einsamer Sandstrand, ein Hausriff und grandiose Tauchgänge: Wir gönnen uns fünf Tage Urlaub in einem Tauchresort auf den Perhentian Inseln. Hier passen wir uns dem Inseltempo an und verbringen insgesamt fast sieben Stunden vollständig unter Wasser. 

Ich bin bestohlen worden. Am idyllischen Strand auf Pulau Perhentian Besar, wo ausser uns vielleicht noch sechs andere Menschen im Sand liegen, ist es passiert. Ich habe mich unter einem schattenspendenden Baum niedergelassen und döse vor mich hin, während meine bessere Hälfte wie die meiste Zeit mit Schnorchel und Maske im Wasser auf Entdeckungstour ist. Plötzlich höre ich neben mir ein Rascheln. Ich schaue auf, sehe den Dieb aber nur noch wegrennen. Als sich der freche Makake in einigen Metern Abstand vor mir in Sicherheit wähnt, dreht er sich um und beginnt, ja tatsächlich, triumphierend seine Beute zu verspeisen: zwei Äpfel, auf die ich mich schon den ganzen Morgen gefreut hatte. Er bleibt noch eine ganze Weile so sitzen und isst, hat aber stets ein wachsames Auge auf jede meiner Bewegungen. Die Äpfel waren übrigens in einem Plastiksack in meiner zugeknöpften Stofftasche verstaut offenbar nicht sicher vor der Nase eines Affen.

Tierische Begegnungen

Neben dem diebischen Makaken entdecken wir vor allem unter Wasser weitere spannende Lebewesen: Stachelrochen, Bambushaie, Oktopusse, Anemonenfische, Barrakuda-Schwärme, Feuerfische, Schnepfenfische, Krebse, Muränen, Schnecken, wunderschöne Korallen und Muscheln und das Beste: Suppenschildkröten und echte Karettschildkröten. Die Tauchgänge sind toll. Die Unterwasserwelt ist noch weitgehend intakt, die Sichtweiten sind gut und dank 30°C Wassertemperatur ist nicht einmal ein Neoprenanzug nötig.

Das Bubbles Dive Resort ist das einzige Hotel an der Südküste der Insel. Entsprechend ruhig ist es hier. Es ist auch das einzige Resort mit einem Hausriff. Hier finden wir beim Schnorcheln nicht nur viele kleine Fische und bunte Korallen, sondern auch einen Oktopus, Rochen und Haie. Die beiden Riffhaie sind mit einer Länge von einem knappen Meter zwar relativ kleine Exemplare, aber als sie beginnen, uns zu umkreisen und es immer schwieriger wird, beide im Auge zu behalten, wird uns dann doch etwas mulmig und wir schwimmen die fünf Meter zurück zum Strand.

Das Besondere am Resort: Es hat sich mit dem Turtle Conservation Project dem Schutz der bedrohten Meeresschildkröten verschrieben. Freiwillige Helfer gehen nachts jede Stunde am Strand entlang, sammeln die Eier ein, welche die Schildkröten dort ablegen, und vergraben sie auf einem geschützten Platz wieder im Sand. Sobald die jungen Schildkröten dort geschlüpft sind, werden sie nachts am Strand freigelassen. Dieses Spektakel durften wir tatsächlich miterleben: 19 kleine Baby-Schildkröten liefen auf der aus Sand geformten Rampe nach vorne zum Meer und liessen sich von den Wellen wegspülen. Wir hoffen und bangen noch heute, dass sie es alle geschafft haben.


Hier sind die Schildkröteneier geschützt vor natürlichen Feinden und dem Menschen.








Holprig zurück aufs Festland

Am Ende unseres ersten entspannenden Inselaufenthalts steigen wir ins Taxiboot, das uns ein Stück weit aufs Meer hinaus bringt. Dort steigen wir in ein Speedboot um, das schon ziemlich voll mit Einheimischen ist, die ebenfalls ans Festland wollen. Wir finden ganz vorne noch ein Plätzchen für uns und unsere Rucksäcke. Die Fahrt dauert rund 40 Minuten und war beim Hinweg ganz entspannt. Der Rückweg wird dank der Wellen die Monsunzeit nähert sich zum reinsten Höllenritt, besonders auf den vorderen Plätzen. Kein Vergnügen für den Rücken.

Etwa fünf Minuten vor dem Ziel, als der Hafen von Kuala Besut schon in Sichtweite ist, hält das Boot plötzlich an und fährt nicht mehr weiter. Warum? Das sagt man uns nicht und scheint ausser uns auch niemanden so richtig zu interessieren. Als nach einer Viertelstunde ein weiteres Boot mit Kanistern an Bord dazukommt, wird klar: Der Tank war einfach leer. 



 

Kommentare:

  1. Sodeli hanich de neui Teil au verschlunge. Jaja die Affe kenn ich us Afrika schwupp und weg ;o)
    Gnüsseds wiiter und ich freu mich uf kommendi Bilder und Zeile.

    Gruess a eu zwei.
    Mathias

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    1. Verschlunge, verSchlange... Letschtens bini im Tschungel schier ufe Schlange gstande. Zum Glück hät die meh Angst vor mir gha, als ich vor ihre und isch schnell mol is Gebüsch verschwunde. Viele herzliche Dank für das tolle Feedback, mir versueched wiiterhin für gueti Unterhaltig z sorge. liebi Grüess us Indonesie

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  2. Dä Platz gseht paradiesisch us. Ich glaub, da wür ich au gern ga Schnorchle und im Sand liege....
    Halt immer guät ufpasse idä Wildnis, gäll?!... ;)
    Ich wünsch eu en guätä Schuälstart morn und na wiiterhin so traumhafti Ort.

    Umarm eu! <3

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