28. September 2014

Kunst, Kultur und kulinarische Highlights

George Town auf Penang ist bekannt für drei Dinge: eine fantastische Küche, ein enges Miteinander der verschiedenen Kulturen und Strassenkunst. Wir waren von allen dreien begeistert.

In einem kleinen chinesischen Restaurant in George Town hatte ich das beste Curry meines Lebens. Es ist nirgends sonst in der Stadt zu finden und steht auch in dem Restaurant nicht auf der Karte. Es ist ein Familienrezept: gelber Reis mit vielen verschiedenen Gewürzen, Huhn in einer Currysauce, Kartoffeln und ein Spiegelei. Klingt simpel, war dank der exotischen Gewürze aber so gut, dass ich am liebsten täglich dort gegessen hätte. Und das Beste: Diese zwar kurze, aber grosse kulinarische Liebesgeschichte zwischen mir und dem Curry war nur ein Teil des Verwöhnprogramms, das unser Gaumen in Penang geniessen durfte. Wir hatten „the best fried duck in town“ und probierten uns durch das vielseitige Angebot in Little India. Dank dem Nebeneinander von Chinesen, Indern und Malaien bietet die Stadt eine grandiose Mischung von leckeren Gerichten.

Harmonie trotz Verschiedenheit

Die Mischung der Kulturen ist sowieso ständig zu spüren. Unsere Stadtspaziergänge starten bei unserem Guesthouse in Chinatown nahe der majestätischen chinesischen Klan-Häuser und führen uns durch die geschäftigen, lauten Strassen von Little India, vorbei an den Kunstgalerien in der Armenian Street bis ins ehemalige koloniale Viertel mit seinem viktorianischen Glockenturm. In der „Street of Harmony“ stehen Gebetshäuser der vier grossen Religionen Malaysias dicht beieinander: Am Fuss der Strasse findet man die anglikanische St. George’s Church, einige hundert Meter weiter nördlich folgen der chinesische Tempel Kuan Yin Teng und der Hindu-Tempel Sri Maha Mariammann Kovil, bis schliesslich das imposante Gebäude der Kapitan Keling Moschee auftaucht. In Malaysia werden nicht nur das Ende des Ramadan und das islamische Opferfest gefeiert, auch Karfreitag und Weihnachten, das chinesische Neujahr und das hinduistische Lichterfest Diwali sind offizielle Feiertage. Dieses enge, anscheinend friedliche Miteinander fasziniert uns. Kann es also tatsächlich funktionieren?

Katzenbilder und Eisenskulpturen

Immer wieder machen wir uns zu Fuss auf, die Stadt zu entdecken trotz nervenaufreibendem Verkehr. Es gibt zwar Fussgängerwege entlang der Gebäude, die jedoch erstens nur knapp einen Meter breit sind und zweitens den Einheimischen für alles Mögliche ausser fürs Gehen zu dienen scheinen: als Parkplatz fürs Motorrad, als Werkstatt, als Laden oder als Essensstand. So müssen wir immer wieder auf die Strasse ausweichen, wo regelmässig eine Flut von Autos und Motorräder an uns vorbeisaust. Die Angst, dass uns irgendwann eines der Gefährte über den Fuss rollt, begleitet uns jeden Tag.

Einen grossen Vorteil haben die Spaziergänge aber: Wir entdecken in fast jeder Strasse Kunstwerke an den Mauern. Wenn wir ausgerüstet mit einer Street Art Map durch die Gassen schlendern, kommen wir uns vor wie auf einer Schnitzeljagd. Wir suchen die Stadt ab nach den Gemälden des litauischen Künstlers Ernest Zacharevic, stolpern dabei immer wieder über die Skulpturen des Projekts „Marking George Town“, welche die Geschichte der Stadt erzählen, oder über eines der „101 Lost Kittens“, die das Bewusstsein für streunende Tiere verstärken sollen. Ein Spaziergang durch George Town ist in so mancher Hinsicht ein Erlebnis.



1 Kommentar:

  1. Wooow, bi dere Kulisse isch es wohl ziemli eifach, so geniali Bilder zmache....!!!!

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